Google-Analytics: Die Datenschutzbehörden machen Ernst und drohen mit Bußgeldern

Die FAZ berichtet vom Abbruch der monatelangen Verhandlungen zwischen Google und dem zuständigen Hamburger Datenschutzbeauftragten über einen datenschutzrechtlich konformen Einsatz von Google Analytics. Nun wurde bekannt gegeben, dass die Verhandlungen ergebnislos beendet wurden. In Konsequenz wollen die Datenschützer nun Bußgelder gegen Unternehmen prüfen, die Google Analytics einsetzen.

Zur Erinnerung. Die Obersten Datenschutzbehörden hatten auf ihrem Jahrestreffen (Düsseldorfer Kreis) im Winter 2009 beschlossen, dass die Erhebung von IP-Adressen für Webstatistik-Analyse sowie die Erstellung von Profilen mit deutschem Datenschutzrecht nicht vereinbar sei. Von diesem Beschluss ist insbesondere der weitverbreitete und kostenlose Dienst Google Analytics betroffen.

Im mai 2010 hat Google versucht den Datenschützern entgegen zu kommen und veröffentlichte (ziemlich versteckt) einen Code-Schnipsel mit dem die Google Server veranlasst werden, die IP zu anonymisieren und außerdem stellte Google für einige Browser ein PlugIn bereit, mit der jeder User der Erstellung eines Profils widersprechen könnte.

Das ganze hat allerdings zwei Haken. Einerseits findet die Anonymisierung erst durch Google nach Übermittlung der Daten an die Analytics Server in die USA statt. Wertet man die IP als personenezogenes Datum ist somit das Kind mit der Übermittlung schon in den Brunnen gefallen. Zweiter Haken ist das von Google bereitgestellte PlugIn. Dies gibt es nur für die Browser Chrome, Firefox und Internet Explorer. Nutzt der Internetnutzer einen anderen Browser kann er der Profilbildung durch Google Analytics nicht mehr wirksam widersprechen. Unzureichend, wie die Datenschützer nun klarstellen.

Es bleibt nun abzuwarten, ob die Datenschutzbehörden Ernst machen und (exemplarisch?) Nutzer von Google Analytics mit Bußgeldern sanktionieren oder ob Google doch noch einlenkt.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vorstöße gegen Google Analytics gab es ja bereits mehrere. Es wird Zeit, dass sich der Düsseldorfer Kreis zu einer einheitlichen Position bekennt, um nicht nur im Interesse der Nutzer Rechtsklarheit zu schaffen.
    Aktuell scheint die datenschutzrechtliche Bewertung nicht eindeutig zu sein – oder wie ist die langwierige Diskussion zum Thema zu verstehen?

    Eine verständliche Anleitung zur Umsetzung sämtlicher, aktuell zur Verfügung stehenden Datenschutz-Maßnahmen beim Einsatz von Google Analytics ist verfügbar.

    Mal schauen, wann der Düsseldorfer Kreis das Thema auf die Tagesordnung setzt.

  2. Pingback: Haftung für Google Analytics vermeiden – Anleitung für Webmaster | SCHWENKE & DRAMBURG

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