Steve Jobs: Der digitale Diktator – ZDF erreicht BILD-Niveau

Das ZDF hat gestern mit einem erbärmlichen Beitrag versucht die Zuschauerzahlen des auslandsjournals zu steigern. Es brachte einen Bericht über Steve Jobs, Apple und das iPad. Drei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart des iPads dürfte der Beitrag ein Quotengarant gewesen sein. Doch statt interessanter Information tischte das ZDF einen Beitrag voller Plattitüden und Belanglosigkeiten auf und stellte Steve Jobs und Apple als bösen Kontrollfreak dar, dessen Ziel es sei User zu gängeln und ihnen vorzuschreiben was sie tun sollen und was nicht.

Apple hat einen Marktanteil von knapp 8% der internetfähigen Geräte. Ein Monopolist sieht anders aus. Außerdem unterschlägt der Beitrag eine wichtige Botschaft: Keiner ist gezwungen sich einen Mac, ein iPhone oder ein iPad zuzulegen. Es gibt genug Konkurrenzprodukte, es besteht also keinerlei Zwang. Auch bleibt völlig unbeleuchtet, dass gerade die Bindung von Betriebssystem, Hardware und ggf. auch AppStore gerade den Charme und den Erfolg ausmachen, obwohl jeder frei ist Apple zu kaufen oder nicht. Was nun… ZDF?


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6 Kommentare

  1. Erstellt am 27. Mai 2010 um 06:01 | Permanent-Link

    Offensichtlich ist es selbst von Redakteuren des ZDF zuviel verlangt über das BILD Niveau zu springen. Erschreckend, wenn sich sogar öffentlich-rechtliche Sender keine gut ausgebildeten Journalisten mehr leisten können.

  2. Undisclosed Poster
    Erstellt am 27. Mai 2010 um 06:26 | Permanent-Link

    “Monitor” hat letzte Woche auch einen iPad Verriss gebracht, der auch nicht wirklich verständlich war. Dort hatte man offensichtlich nicht kapiert, dass das iPad bewusst keine Tastatur hat.

  3. Erstellt am 27. Mai 2010 um 06:54 | Permanent-Link

    Ich glaube, das Problem das allzuschnell übersehen wird, wenn Apple-Jünger ihren Guru Steve Jobs (um mal Begriffe zu übernehmen, die gerne genommen werden) angegriffen sehen, ist ein ganz Anderes. Es verbirgt sich hinter den Diskussionen und Vorhaltungen einer Bevormundung durch iPad, durch Apple-Betriebssysteme, durch App-Store etc.

    Eigentlich geht es darum: In medialen Gesellschaft, die zu Ihrem Informationsaustausch hochkomplexe technische Systeme braucht, ist die Gefahr evident, dass diejenigen, die diese Systeme zur Verfügung stellen, zum Beherrscher des Informationsflusses werden. Wer Informationen beherrscht, beherrscht die Gesellschaft. Das war schon immer so. Nur ist das heute dank technischer Mittel umso deutlicher und folgenreicher. Und dank iPad und iPhone sind diese Kontrollmechanismen auch deutlich “smarter” geworden.

    Der Hickhack um die Guru-Rolle von Steve Jobs & Apples Firmenpolitik kann nur als Beispiel dafür, wie wichtig die Kontrolle und die Freiheit von Informationsflüssen ist, gesehen werden. Das heraus zu stellen ist dem ZDF leider nicht gelungen, das Ganze lief allenfalls auf dem Niveau eines Apple-Bashings.

    Ist Jobs ein dämonischer Guru, dem die Leute blind glauben? Das ist natürlich Quatsch. Steve Job ist lediglich ein Unternehmer, der seine Hausaufgaben gut gemacht hat.

    • migger
      Erstellt am 28. Mai 2010 um 18:25 | Permanent-Link

      @Michael Apple-Bashing ist wohl die richtige Bezeichnung… Mario Sixtus verfolgt nicht eine Aufklärung über den Medienmissbrauch sondern versucht nur ein Feindbild aufzubauen… Eine Unternehmensleitung als “Diktator” zu bezeichnen, halte ich in einer Sendung wie das Auslandsjournal des öffentliche Rechtlichen für ein starkes Stück! Das ganze zielt nur gegen Apple ab. Aber würde die Sendung das Thema “Zensur durch Hardware und Softwaresystem” als Thema darstellen, wäre es doch eine andere Objektivität. Gerne hätte ich einen Beitrag gesehen, wir die Medienwelt allgemein uns versucht zu manipulieren und entmündigen. Wobei ich den begriff “Entmündigung” in diesem Zusammenhang auch übertrieben finde! Somit wirkt der Beitrag von Mario Sixtus eher als eine persönliche Abrechnung mit dem Konzern Apple – rechtzeitig zu Einführung eines neuen Produkts. Dafür, dass wir diesen Sender mit gebühren tragen, ist es unerhört…

      • Erstellt am 29. Mai 2010 um 07:17 | Permanent-Link

        Ach der Beitrag war auch noch von Mario Sixtus? Also von jemandem der sich mit Technologie, Internet und Computern auskennt? Also jemand der es eigentlich besser wissen müsste?

        Armes Deutschland…

  4. Consigliere
    Erstellt am 27. Mai 2010 um 10:52 | Permanent-Link

    Auch ohne den Beitrag gesehen zu haben – das Thema, das dahintersteht, ist doch nicht die Tatsache, dass sich 8% der Internetnutzer von Apple bevormunden lassen (und sich meinetwegen auch noch bewusst und gern ihre Entscheidungsfreiheit durch bessere Usability abkaufen lassen). Die Frage ist m.E. vielmehr, inwieweit Hardware-/Infrastrukturhersteller Einfluss darauf nehmen dürfen, sollen oder können, was für Inhalte sie ausliefern. Siehe auch das Stichwort Netzneutralität.

    Und auch wenn die Nutzerbasis von Apple zahlenmäßig gering ist, hat Apple doch -durch den wirtschaftlichen Erfolg- einen enormen Einfluss bzw eine Vorbildwirkung, was man ja z.B. auch an den Appstores sieht, die es mittlerweile für so ziemlich alles gibt. Soll man den Punkt daher erst thematisieren, wenn Google, RIM und Microsoft nachgezogen haben?

    PS: “Meister” nutzt nicht zufällig auch nen Mac und ist daher eh verblendet und befangen? ;)

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