26.05. Der Tag an dem der Datenschutz ein kleines bisschen besser wurde

Der gestrige Tag war ein kleiner aber nicht unbedeutender Erfolgstag für den Datenschutz. Mit facebook und Google haben zwei heftig kritisierte US-Unternehmen auf datenschutzrechtliche Bedenken des alten Europas reagiert. Nach einem Einlenken sah es dabei in der letzten Zeit nicht aus, da der Gründer von facebook Marc Zuckerberg den Datenschutz bzw. das bisherige Verständnis von Privatsphäre generell in Frage stellte und Google sich als rücksichtslos Daten sammelndes Unternehmen präsentierte.

Facebook stellte gestern ein überarbeitetes Datenschutz- und Privatsphärekonzept vor, welches in den kommenden Tagen weltweit umgesetzt wird. Damit reagierte das Unternehmen auf Beschwerden, dass Privatsphäreneinstellungen unverständlich und versteckt seien bzw. viele Daten nicht mehr geschützt sein. In beiden Punkten bessert facebook nun nach: Die Einstellungen sind übersichtlicher gestaltet und sind damit verständlicher und außerdem können nun wieder umfassender Daten geschützt werden.

Google wartet gleich mit zwei datenschutzrechtlichen Neuerungen auf, beide hinsichtlich des Analysetools Google Analytics. Google Analytics war im November von den deutschen Datenschutzbehörden heftig kritisiert worden, da es einerseits die IP-Adresse als personenbezogenes Datum ohne Einwilligung des Betroffenen erhob und gleichzeitig auch noch ein (“Bewegungs-“) Profil des Betroffenen erstellt. In beiden Punkten bietet Google nun eine Abhilfe an. Seitenbetreiber können nun Google Analytics ergänzt um den Code „_anonymizeIp()“ und angepasster Datenschutzerklärung wieder einsetzen. Weitere Infos dazu, hat der Datenschutzbeauftragte Online zusammen gestellt. Wer nicht möchte, dass Google überhaupt Daten im Rahmen von Google Analytics erfasst, dem bietet Google ein Opt-Out AddOn für InternetExplorer und Firefox an. Das AddOn deaktiviert den Google Analytics Schnipsel und verhindert somit die Erstellung eines Profils durch Google.

Die drei Änderungen mögen für sich genommen, keine große Änderung sein und machen aus beiden Unternehmen sicherlich noch keine Vorreiter des Datenschutz. Auch in Zukunft werden wohl beide in einem (mehr oder weniger) gesunden Spannungsverhältnis zum Datenschutz agieren. Doch die Änderungen zeigen, dass anhaltender Protest von Datenschützern und die zunehmende Sensibilisierung der Nutzer auch Platzhirsche wie Google und facebook zur Reaktion zwingt.

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