Google hat ein neues Mittel gefunden um Daten zusammeln: Google Public DNS. Domain-Name-Server kann man sich wiegroße Adressbücher vorstellen, denn sie dienen im Internet dazu um die verständlichen und einprägsamen Domainnamen (medien-gerecht.de, google.com, etc) aufzulösen und den User auf den richtigen Server zu leiten, der nur über seine IP (123.456.78.9) identifizierbar ist.
Da das Internet vom Grundkonzept dezentral aufgebaut ist, gibt es nicht nur einen DNS Server, sondern etliche. Prinzipiell betreibt jeder ISP (wie t-online, alice, etc) selbst solche Server. Doch nicht jeder DNS Server wird stetig aktualisiert oder ist von der Kapazität den Anfragen gewachsen. Daher kann jeder in seinen Netzwerkeinstellungen eigene DNS Server bestimmen. So etwa die neuen Public DNS von Google. Warum? Weil Google verspricht, dass dieser aktueller, schneller (jedenfalls in den USA) und sicherer als jeder andere DNS Server ist. Google macht damit dem beliebten freien DNS Anbieter “openDNS” Konkurrenz und das mit einem überzeugenden Argument, anders als bei OpenDNS werden falsche Anfragen nicht auf eine eigene Seite weitergeleitet, auf der Werbung geschaltet ist.
Aber Google ist nicht die Heilsarmee werden Kritiker des Such- und Datengiganten rufen. Würde Google die Protokolle (inkl. IP) seiner DNS-Nutzer protokollieren und mit den entsprechenden Daten der weiteren Google-Dienste kombinieren, wäre der Schritt zum gläsernen User zu 99% vollzogen.
Doch dem scheint (jedenfalls aktuell) nicht so zu sein. In seiner Privacy-Erklärung gibt Google an welche Daten gesammelt werden und unterscheidet dabei zwischen dauerhaften und temporären Logs. Die temporären Logs, die bis zu 48 Stunden gespeichert werden, enthalten sämtliche Informationen also auch die IP des Nutzers, die derzeit nach deutschem Datenschutzrecht als persönliches Datum zu werten ist. Die temporären Logs sollen dabei nur zur Abwehr von Angriffen auf die DNS Server genutzt werden.
In den dauerhaften Logs wird die IP des Users hingegen nicht gespeichert, sondern lediglich Metadaten, die über den ISP mit der IP verbunden sind (etwa das Land, Region, Stadt bzw. über Art und Erfolg der Anfrage). Dabei beteuert Google das diese Daten nicht mit den Daten anderer Google-Dienste kombiniert werden (weil das schon mit den temporären passiert ist?).
Wer also mit den Reaktionszeiten seiner Internetverbindung unzufrieden ist und das Vertrauen in Google sorgsam mit persönlichen Daten umzugehen noch nicht verloren hat, kann dem Public DNS eine Chance geben.
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Ein Kommentar
Die Kapazität der Anfragen wachst einen DNS-Server? Ich wusste gar nicht, dass die das kann.