In einem ausführlichen Artikel auf law.com geht Alen Cohen der Frage nach, ob das iPhone bald in Kanzleien den Blackberry ablösen wird. Zwar finden sich immer mehr Anwälte, die das iPhone als Geschäftstelefon nutzen, doch ist das iPhone weit davon entfernt, dan omnipräsenten Blackberry abzulösen.
Cohen macht in seinem Artikel für die Vergangenheit zunächst zwei entscheidende Gründe aus: Sicherheit und E-Mail. Das iPhone konnte bis zur Einführung des iPhone 3GS mit iPhone OS 3.0 keine E-Mails über einen Exchange-Server empfangen. Damit war es jedenfalls für den Einsatz in großen Unternehmen oder Kanzleien unbrauchbar. Hinzu kam ein Sicherheitsproblem, das gerade für Kanzleien und Anwälte entscheidend sein dürfte: Abgerufene E-Mails wurden anders als beim Blackberry nicht verschlüsselt abgespeichert sondern in reinem Text. Mit einem nur dürftigen Zugriffsschutz versehen, war das iPhone im Verlustfall ein großes Sicherheitsrisiko.
Mit der Einführung der dritten Generation hat sich dies nun geändert. Das iPhone hat eine lokale Verschlüsselung von E-Mails und eine reibungslose Anbindung an Microsoft Exchangeserver. Auch bietet Apple nun die Möglichkeit das iPhone bei Verlust oder Diebstahl bequem vom eigenen Rechner aus zu löschen. Das Risiko, dass sensible Daten in falsche Hände geraten, lässt sich damit minimieren.
Allerdings haben all diese neuen Features bislang nicht dazu geführt, dass das iPhone den Blackberry ersetzen würde. Das mag insbesondere an der unterschiedlichen Konzeption und Nutzung der beiden Geräte liegen. Der zentrale Aspekt des Blackberrys ist die E-Mail. Wer also das Geschäftshandy hauptsächlich für den Zugriff auf die Kanzleie-mail braucht, der wird wohl auch in Zukunft weiterhin besser mit einem Blackberry beraten sein, denn E-Mail ist beim iPhone nur ein Feature unter vielen.
Wer allerdings unterwegs mehr als nur E-Mail haben möchte, der dürfte aufgrund der zahlreichen Apps für das iPhone besser bedient sein. Neben zahlreichen Apps für Reiseauskünfte (Bahn, Flug, Taxi, Mietwagen) gibt es auch eine Reihe Apps für das Bearbeiten von Dokumenten (etwa Documents ToGo) oder die juristische Recherche (zB Gesetzessammlungen).
Damit wird deutlich, dass das iPhone für Anwälte keine Allzwecklösung ist, aber durch die stetige Weiterentwicklung und zusätzlichen Programme auch durchaus für Anwälte und Kanzleien als Hilfsmittel attraktiv sein kann.
Ich habe gerade keine Zeit mir die deutschen AGB anzuschauen aber mir fällt zur kommerziellen Nutzung des iphone spontan diese Meldung aus dem UK- Blog “the register” ein:
http://www.theregister.co.uk/2009/08/24/iphone_apps_not_for_business/
Apple selbst möchte sich also anscheinend – aus welchen Gründen auch immer – gern freizeichnen.
Wenn mich nicht alles täuscht, kam man auch schon vor Einführung der Version 3 auf den Exchange-Server.
Hier gibt es übrigens eine kleine Sammlung juristischer Apps: http://www.jurawiki.de/iPhone
Wer weitere weiß, bitte dort eintragen. Danke!
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, aus meiner Sicht sehr zu empfehlende iPhone-Programme für den Juristen zusammenzustellen:
Programme, die auf dem iPhone eines Juristen nicht fehlen sollten
Mittlerweile ist das iPhone auf jeden Fall “Anwalts Liebling”. ;-)