Der DFB sucht neuen Präsidenten

Der DFB nimmt ab sofort Vorschläge für einen Nachfolger für den scheidenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger an. Denn dieser hat heute am Rande einer Pressekonferenz seinen baldigen Rücktritt angekündigt in Aussicht gestellt, wenn er vor Gericht gegen den Journalisten Jens Weinreich unterliegt. Da dies wohl eher nur eine Frage der Zeit ist, kann es nicht schaden, wenn der DFB dann schon mal ein paar Kandidaten zur Hand hat. 

Vielleicht erklärt derweil jemand dem aktuellen DFB-Präsidenten mal, das Gerichte sich bei ihrer Urteilsfindung von solchen “Drohungen” (bzw. Erwägungen) meist nicht wohlwollend beeinflussen lassen. Außerdem hat der Job des DFB-Präsidenten keinen Verfassungsrang (geschweige denn, dass der DFB-Präsident über der Verfassung stehen würde) und es ist daher für seine Amtstätigkeit völlig unerheblich, ob es  die Verfassung erlaubt, den DFB-Präsidenten bzw. die Person, die dieses Amt gerade inne hat, als “unglaublichen Demagogen” zu bezeichnen oder nicht. Bei der Gelegenheit könnte man den DFB-Präsident  fragen, ob nicht eher Starrsinn und Beeinträchtigung der freien Presse und Meinungsfreiheit der Amtstätigkeit als DFB-Präsidenten entgegenstehen.

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3 Kommentare

  1. Erstellt am 8. Dezember 2008 um 20:42 | Permanent-Link

    Theo Zwanziger ist übrigens Volljurist und ehemaliger Verwaltungsrichter. Ich nehme mal an, das GG wird er schon kennen.

  2. Erstellt am 8. Dezember 2008 um 20:45 | Permanent-Link

    Das er Jurist ist, ist mir durchaus bekannt. Er war sogar mal lange Jahre Richter am OVG in Koblenz bzw. Regierungspräsident. Weshalb er anscheinend auch überlegt hat, das Hauptverfahren gegen den in Berlin lebenden Weinreich, weder in Berlin noch in Frankfurt sondern in Koblenz anzustreben.

  3. Erstellt am 8. Dezember 2008 um 20:53 | Permanent-Link

    Bemerkenswert an der Sache ist ja, dass der DFB und sein Präsident offenbar nichts dazulernen. Noch mal zur Erinnerung: Der DFB wollte die Bundesliga quasi komplett ins Pay TV bringen, was vom Bundeskartellamt abgeblockt wurde. Zwanziger hat diese Entscheidung aufs Heftigste kritisiert, was ihm wiederum Weinreichs Demagogen-Kritik einbringt. Erst versucht der DFB dann, den Journalisten mundtot zu machen, dann diffamiert man ihn.
    Man ist halt beim DFB keine kritischen Sportjournalisten gewohnt.