Feueralarm war gestern. Heute wird ein anderer Ernstfall an der Law School geprobt: Wie verhält man sich im Falle eines Amoklaufs bzw. eine Schießerei auf dem Campus bzw. in der Fakultät. Seit Tagen verschickt die Verwaltung etliche Reminder, zum heutigen “Shelter in Place” Drill. Darin enthalten sind auch zahlreiche Verhaltensregeln, wie etwa:
- Einen Raum mit verschließbarer Tür aufsuchen
- Tür verschließen und verbarrikadieren
- Licht, Klimaanlage und Handys ausschalten
- ruhig sein und warten
Warten worauf? Dass mich die erste Kugel trifft oder dass die universitätseigene Polizei den Spinner kaltgestellt hat? Diese Fragen beantwortet ein mitgeliefertes Einführungsvideo “Shots fired on Campus – When Lightning strikes“, das extra von einem Sicherheitsinstitut eingekauft wurde. In diesem Video werden anhand eines Szenarios alle möglichen Verhaltensmaßnahmen erläutert. Neben den obigen aufgezählten, auch wie man sich im Falle des Eintreffens der Polizei verhält (die jeden für einen potentiellen Amokläufer hält und daher gleich schießt wenn man nicht alle viere von sich streckt) oder aber auch, wenn man mit dem Schießwütigen in einem Raum ist.
Das “Rezept” in diesem Fall eindeutig. Nicht etwa unter dem Tisch verkriechen und warten, sondern: Den Angreifer selbst angreifen. Denn bis die Polizei einträfe könnten wertvolle Minuten verstreichen und in dieser Situation solle man auch an die vielen Mitstudenten denken, die man retten kann. Natürlich soll man nicht alleine in diesen Irrsinn stürzen, sondern unabgesprochen, heldenhaft mit sonst unbekannten Kollegen versuchen den Täter zu überwältigen. Wie genau, bleibt einem selbst überlassen.
Immerhin heißt es am Ende des Videos (wenig?) überzeugend: You can survive!
Na dann geht es sich doch heute gleich mit viel sicherem Gefühl an die Uni.
“Unglücklicherweise passiert dieses zeitgenössische Ereignis in unseren Schulen, mit katastrophalen Ergebnissen.” Einfach so. Statt die Ursachen zu bekämpfen, wird Studenten einfach erklärt, wie sie am besten überleben können.