Das Trauma von 9-11

Das höchste Gebäude in Boston ist seit Mitte der 70er Jahre der John Hancock Tower. Der blaue Riese ist auch eines der Wahrzeichen der Stadt. Als ich das erste Mal in Boston war, kam ich in den Genuss von der Aussichtsplattform auf dem Dach des Gebäudes einen wunderbaren Überblick über die Stadt und die ganze Bay-Area zu bekommen. 

10 Jahre später wollte ich diesen Ausblick digital festhalten, doch stand vor verschlossenen Türen und wurde von einem Wachmann brüsk abgewiesen: “The observation deck is closed!” Ich dachte zunächst wegen Bauarbeiten oder irgendwelchen Sonderveranstaltungen. Weit gefehlt. Der Grund ist so kurz, wie bedächtig:

9-11

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York wurden in vielen amerikanischen Großstädten sämtliche Aussichtsplattformen auf Hochhäusern für die Öffentlichkeit gesperrt. So auch hier. Während aber bei den meisten mittlerweile wieder Normalität eingekehrt ist, bleibt der Hancock Tower in Boston bis auf Weiteres geschlossen. Schade. Schließlich minimiert die Schließung einer Aussichtsplattform nicht das Risiko, dass in mutwilliger Absicht ein Flugzeug in das Gebäude gelenkt wird. Wer also einen Blick aus der Höhe auf Boston genießen will, muss sich mit dem nahegelegenen (zweithöchsten Turm der Stadt) Prudential Tower begnügen.

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