ZDF-Wiso: Scheinheilige Verbraucherschützer

Das ZDF hat es als Teil seiner Grundversorgung auf die Fahnen geschrieben, Rundfunkempfänger auch in Verbraucherschutzfragen zu beraten. Dies tut seit Jahren jeden Montagabend das Verbraucherschutz Magazin Wiso. Dabei genoss das Magazin bislang einen guten Ruf. Das Selbstverständnis des ZDF führte die Macher der Sendung sogar soweit, dass sie vor ein paar Jahren anfingen für die Verbraucher allerlei nützliche Zusatzangebote, wie Bücher oder Software zu entwickeln, die sie bei der Steuererklärung, der Hausverwaltung etc. mit den Wiso-Tipps unterstützen sollen.

Inwiefern eine solche wirtschaftliche Betätigung, in Form einer Kooperation mit dem Softwarehersteller Buhl Data, überhaupt noch Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrages ist oder nicht doch eher dem Graubereich der Rundfunkfinanzierung zuzuordnen ist, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt, denn hier soll es nur um Verbraucherschutz gehen.

Das Magazin prangert regelmäßig Unternehmen an, die ihre Kunden mit dubiosen Methoden an ihre Angebote binden will. Dieses Jahr müsste Wiso sich selbst an den Pranger stellen. Denn mit der aktuellen Ausgabe des Wiso Sparbuch enthält die Software eine “Aktualitäts-Garantie”. Diese ist nichts anderes als ein Abonnement, dass auch künftige Programmversionen beinhaltet. Grundsätzlich wäre an solch einer Abonnementmöglichkeit zunächst nichts auszusetzen. Doch die Software fragt beharrlich und mit verwirrenden Info-Fenstern nach, ob man die Aktualitäts-Garantie abschließen möchte. Auch wenn die Software dem Nutzer vorgaugelt es wären neue kostenfreie Updates der gekauften Version verfügbar, so kann man diese nur beim gleichzeitigen Abschluss des kostenpflichtigen Abonnenments automatisch herunterladen. Wer das nicht will muss sich durch lästige Fenster klicken und die Updates manuell von der Webseite von Buhl Data herunterladen

Wie die medienpiraten nun festgestellt haben, hält der Support und auch das ZDF-Wisoteam den Vorgang für völlig legitim und normal. So ist das halt, wenn Verbraucherschützer mit öffentlich-rechtlichem Auftrag Geld verdienen wollen. 


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4 Kommentare

  1. Erstellt am 15. Mai 2008 um 13:50 | Permanent-Link

    Hatte es auch mal gekauft und habe mich tierisch geärgert, zumal “WISO” ja wirklich einen ganz guten Namen hatte. Die SOftware habe ich nach ein paar Tagen weggeworfen und habe kurz danach das freie (und kostenlose) GNUCash für mich entdeckt: http://www.gnucash.org/de/. Inklusive HBCI, also warum noch ärgern.

  2. Erstellt am 15. Mai 2008 um 13:53 | Permanent-Link

    Ich hatte es auch mal und habe mich über genau den gleichen Effekt geärgert – so wie ich enttäuscht war, dass WISO seinen Namen für sowas hergibt.
    Mein Tipp:; GNUCash ansehen unter http://www.gnucash.org/de/. Ist frei und kostenlos verfügbar, beherrscht HBCI und dürfte für die meisten vollkommen ausreichen.

  3. Georg
    Erstellt am 15. Mai 2008 um 19:21 | Permanent-Link

    Zumal, wer bitte überträgt denn online seine höchstpersönlichen Steuerdaten zu diesen Unternehmen?

  4. Erstellt am 16. Mai 2008 um 10:08 | Permanent-Link

    Ich hatte mich über die “Aktualitätsgarantie” schon bei WISO Mein Geld geärgert. Da treiben sie es noch dreister: Das Onlinebankingprogramm stellt nämlich nach Ablauf des bezahlten Zeitraumes einfach die Onlinefunktionalität ein. Begründet wird das damit, daß die Pflege der vielen Bankzugänge laufende Kosten verursachen würde. Nur: Selbst wenn der Zugang meiner Bank nie geändert wurde, stellt das Programm seinen Dienst ein.

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