Im amerikanischen Strafverfahren spielen die Geschworenen eine große Rolle. Sie sollen als Unparteiische über die Schuld oder Unschuld entscheiden. Die juristischen Laien sollen dabei völlig unbeindruckt von juristischen Winkelzügen und Abstumpfung der Richter über die Strafe entscheiden.
Was auf dem Papier gut klingt, sieht in der Realität häufig ganz anders aus. So prangert Amnesty International wiederholt an, dass Geschworene unsachgemäß beeinflusst und bedrängt werden, so dass sie keine unabhängige und gerechte Entscheidung treffen können. Um solcher unsachgemäßer Beeinflussung einen Riegel vorzuschieben und um der Regierung Bush zum Ende seiner Amtzeit noch den Ruf als Wahrer der Demokratie zu verschaffen erarbeitet das Justizministerium unter Michael Mukasey an einer Reform des Geschworenensystems.
In Strafverfahren von nationaler Wichtigkeit und besonders schweren Kapitalverbrechen soll künftig keine ausgewählte Jury mehr über die Schuld des Angeklagten entscheiden. Statt dessen sollen Teile der Verhandlungen im Fernsehen übertragen werden und somit bekäme die große unbeinflussbare US-Bevölkerung die Gelegenheit per Televoting oder SMS (etwa wie bei American Idol) abzustimmen. Gefälschte Massenanrufe würden technisch gefiltert, so dass das Ergebnis nicht zu verfälschen sei, berichtet die Tagesschau.


Ein Trackback
April! April! Juristische Aprilscherze …
Gestern war ja der Tage, der Tage … also der Tag, an dem man traditionell andere in den April schickt.
Passend zum Jura-Studium eine Auswahl an juristische Aprilscherzen:Freunde, Römer, Mitbürger – Weihrauch und Rauchverbot
US-Justizreform: T…