Schmarotzer Jurablogs.com!?

Vor Ostern kam per Mail, die Information eins anderen Blawgs (jurblog), dass es den Sammeldienst und die Community Jurablogs.com wegen dubioser Praktiken verlasse. Der Vorwurf zusammengefasst lautet, dass Jurablogs mit dem Content anderer (der in Jurablogs gelisteten Blawgs und deren Beiträge) Geld verdienen würde.

Soweit so richtet. 

Angekreidet wird, dass auf Unterseiten teilweise ganze Artikel (also doppelt und mit besserem Google-Rank) veröffentlicht werden und diese über eigene Kommentarfunktionen und Werbung verfügen, obwohl der Blogger sich selbst teilweise dagegen entschieden haben.

Der Betreiber des Jurablogs hat heute dazu Stellung genommen. Fazit: Jurablogs ist eine erfolgreiche Seite, von der auch die beteiligten Blogs profitieren. Als diskussionswürdigste Punkte werden dabei herausgehoben, die Werbung innerhalb übernommener Artikel(-teile) und das Weiterverlinken von Artikeln.

Das ist leider nur ein Teilaspekt und die Diskussion wird meiner Meinung am wesentlichen vorbei gehen. Es gibt eigentlich nur zwei Aspekte die eine Rolle für alle Beteiligten spielen:

  1. Kosten/Nutzen Verhältnis
  2. Transparenz

Kosten/Nutzen

Der Blogger, der sein Blog bei jurablogs.com einträgt, will etwas: sein Blog promoten, sich mit anderen Blawgs messen, seine Artikel einem breiteren (Fach-)Publikum bekannt werden lassen. Diesem Ziel wird jurablogs.com gerecht. Den Blogger kostet es eine E-Mail. Die Kosten für System, Wartung und Entwicklung hat jurablogs. Da jurablogs keine weiteren Services anbietet, ist allein der gesteigerte Rank von jurablogs durch die Sammlung an content anscheinend nicht ausreichend. Das Schalten von Werbung also durchaus legitim. Die Beteiligten müssen sich nur darüber im Klaren sein, was bei jurblog.de wohl nicht der Fall war.

Transparenz

Das führt direkt zum zweiten Punkt. Als ich mich vor über 2 Jahren bei jurablogs anmeldete, schickte ich eine E-Mail an Jurablogs und war drin. Zu keinem Augenblick wird man darauf hingewiesen, wie jurablogs funktioniert und das auf Unterseiten eigene Artikel mit Werbung in Verbindung gebracht werden. Ich betreibe bewusst ein werbefreies Blog. Eine Zustimmung, dass meine Artikel durch Werbung unterbrochen werden dürfen habe ich nie erteilt. Hier sehe ich Nachbesserungsbedarf. Beide Seiten profitieren von einander, insofern habe ich kein Problem mit dem aktuellen Angebot von Jurablogs, aber es sollte beiden vorher klar sein, wie die „Zusammenarbeit“ aussieht. 

Fazit

Ich gestehe: Ich bin ein Fan von Jurablogs. Manchmal beschleicht mich das Gefühl ich produziere die meisten Klicks. Werbung auf Unterseiten stört mich nicht. Ich war zwar verwundert, aber ok. It’s part of the deal. Eine weitere Kommentarfunktion fand ich allerdings weniger witzig, da dadurch der Einduck eines eigenen Angebots gefestigt wird. Darüber hinaus möchte ich Kommentare zu meinen Beiträgen kennen, ggf. kontrollieren (siehe Stefan Niggemeier-Problematik) um evtl. darauf zu antworten.

Meine persönlichen Statistiken zeigen mir, was Jurablogs auch für mich tut, insofern bin ich mit dem Deal so einverstanden und ich möchte jurablogs nicht missen und trage gerne für Verbesserungen bei. Neben mehr Transparenz ließe sich sicherlich einiges daran verbessern, vielleicht auch individuelle Einstellungen inwiefern ein Blog an jurablogs beteiligt ist, mit entsprechenden Konsequenzen.

(P.S.: Eine Idee geistert mir noch im Kopf, aber die muss noch reifen)

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Herr Meister,

    vielen Dank für Ihren Beitrag. Der Kernpunkt der Diskussion ist m.E. auch für Herrn Senol eher die fehlende Transparenz als die Darstellung der Artikel an sich.

    Ich sehe ein, dass es in diesem Punkt Nachholbedarf gibt, den ich jedoch gerne zu leisten bereit bin.

    Sofern Sie weitere Ideen oder Gedanken haben (oder aber sobald die erwähnte Idee in Ihrem Kopf gereift ist), bin ich an einem Austausch sehr interessiert.

  2. Mein Vorwurf lautet, wie Herr Klappenbach auch festgestellt hat, mangelnde Transparenz sowie die Gestaltung der Unterseiten. Um das letztere ging es mir überwiegend. Dass JuraBlogs Geld verdient, habe ich nicht bemängelt, allenfalls die ungefragte kommerzielle Nutzung meiner Inhalte.

  3. Warum müssen Juristen gleich von Vorwürfen reden, kann man nicht normal über diese Kleinigkeiten kommunizieren?

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