Am Dienstagabend war Dieter Bohlen bei Johannes B. Kerner. Es war die kurzweiligste Sendung die Kerner je gesendet hat (nachzusehen in der Mediathek). Bohlen saß als einziger Gast der Sendung auf dem Podium und plauderte aus seinem Leben und Gott und die Welt.
Auch wenn derzeit wieder durch DSDS in die Kritik geraten, zeigte der Auftritt bei Kerner, dass Bohlen sagt was er denkt. Das mögen bei DSDS verheerende Kritiken sein, aber ansonsten auch seine tatsächliche Auffassung widerspiegeln. Dabei ist er sich bewusst, dass nicht alles was er sagt richtig ist, geht aber seinen Weg und ist wenig um seine Kritiker bedacht.
In Hinblick auf den Zusammenbruchs eines Kandidaten bei DSDS zeigte Bohlen wenig Mitleid. Zwar sei es für den Jungen sicherlich nicht angenehm gewesen, aber er sah die Verantwortung bei den Eltern, die ihn erst gar nicht zu DSDS hätten gehen lassen. Schließlich sei DSDS Quotenbringer für RTL und damit würde auch absichtlich von der Redaktion solche Beiträge gesendet. Auf die Frage, ob RTL mit allen Mitteln handeln dürfe, verneinte Bohlen.
Damit spielte Bohlen den Ball der Kritik gekonnt von sich auf die Redaktion. Schließlich habe er nur seinen Job gemacht und alles weitere läge in der Verantwortung der Redaktion, die die Beiträge aussucht und auch die Entscheidung trägt, dass Namen und Herkunftsort schonungslos mitgeteilt werden.


2 Kommentare
Ich muss ehrlich sagen, dass mir Herr Bohlen dadurch viel sympathischer geworden ist.
Ich kann Ihnen nicht sagen wieso dies so war.. vielleicht wirkte er einfach nur menschlich?
Toll. Statt sich zum Beispiel mal mit den Klimaveränderungen zu beschäftigen, die auf den Malediven passieren – sterbende Korallen, steigende Wasserspiegel, sinkende Inseln -, beschäftigt Herr Bohlen sich mit den ach so vielen Russen, die mit ihm Fotos knipsen wollen, und die Stechmücken.
Der Rückflug von den Malediven dauert von Male nach Frankfurt rund 10 Stunden – genau wie der Hinflug. Wo Herr B. dann die restlichen 11 Stunden hernimmt, ist mir ein Rätsel.
Dann Tennisspielen und Squash. Auf den Malediven. Das ist ungefähr so, als würde ich extra nach Australien fahren, um dort deutsches Bier zu trinken. Und zumindest “Australian Idol” ist wesentlich besser als DSDS.
“Du musst immer aus dem Minimalen das Maximale machen.” Erinnert mich irgendwie an seine Titel.
Soweit die eine Seite. Das andere ist aber, dass Bohlen auch die Misere der Jugend in Deutschland anprangert. Er hat erkannt, dass Jugendgewalt, Bildungsmisere und Aussichtslosigkeit unmittelbar zusammenhängen. Damit ist er weiter als mancher Politiker.
Was den konkreten DSDS-Vorfall angeht: Man kann Bohlen mögen oder nicht, und natürlich muss jeder, der sich zu solchen Sendungen anmeldet, wissen, wo er hingeht. Dennoch: Versagt hat hier der Sender, der das Ganze versendet und auch noch übermäßig dramatisiert hat.