Mediennachlese zum Herman-Eklat bei Kerner

Die Nachlese ist insbesondere wenige Stunden nach der Sendung nicht ganz einfach. An vielen Stellen wird noch der Text der Vorabmeldung veröffentlicht, der reißerisch und auch… ja… missverständlich das umschreibt, was gestern abend im Studio von Johannes B. Kerner passiert ist.

Kerner hatte sich zum Ziel gesetzt, Herman eine Relativierung oder Korrektur ihrer Aussage als Missverständnis zu ermöglichen. Immer wieder kam er (fast nervtötend) darauf zurück, scheinbar ohne zu merken, dass sie das partout nicht wollte. Dafür gab sie immer missverständlichere Phrasen über Autobahnen und gleichgeschalteten Medien von sich und brachte damit die ihr eh nicht gut gesonnenen restlichen Studiogäste vollends gegen sich auf, die dann nach einer langen Tragödie in den Chor “Sie oder wir” einstimmten und Kerner zwangen Herman zu verabschieden.

Kerner muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht rechtzeitig eingeschritten zu sein. Auch vergass Kerner wichtige Zitate aus der BamS, die wegen ihrer Unmissverständlichkeit zum Rauswurf Hermans beim NDR führten, anzuführen. Den Vorwurf Herman, in den Medien würde einseitig gegen sie Kampagne gemacht, konnte auch diese Talkrunde alles andere als entkräften.

Als Grundtenor bleibt, dass auch wenn Herman kein leichtes Spiel hatte, gegen die 5 anderen Protagonisten, so hat sie versäumt sich von ihren Vergleichen zu distanzieren, sondern hat sich weiter um Kopf und Kragen geredet und wohl damit für lange Zeit aus der Fernsehlandschaft verabschiedet.

Nachtrag: Auf SPON hat sich nun auch Hendryk M. Broder zu Wort gemeldet und Kerner mit seinen anderen drei Gästen als “Tribunal der Selbstgerechten” entlarvt. Er muss wissen wovon er spricht.


Social Sharing
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann verbreiten Sie Ihn doch über Facebook und Twitter…

An dieser Stelle würden wir Ihnen gerne weitere Inhalte zeigen - dazu ist aber Ihre Einwilligung nötig, da Ihre IP-Adresse an externe Dienste wie Facebook und Twitter übermittelt wird. Lesen Sie dazu zunächst die Datenschutzerklärung. Wenn Sie die Dienste wünschen, klicken Sie bitte hier

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Artikel und getagged , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

5 Kommentare

  1. Sebastian
    Erstellt am 10. Oktober 2007 um 10:54 | Permanent-Link

    „Test”

  2. Bernd
    Erstellt am 10. Oktober 2007 um 11:47 | Permanent-Link

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/

    Als Seher obiger Sendung bleibt mir ein dicker Kloß im Hals stecken, ober der Wortverdrehungen in der Medienlandschaft. (siehe Autobahn- Ausspruch) Naja.. Bi*D- Niveau.. das ist auch nicht der Kern, um den es hier geht.

    Frau Eva H. hat als in der Öffentlichkeit stehende (Promi-) Person eine Verantwortung für jedes gesprochene Wort und das sollte sie genau wissen! ODER: Sie ist ein totales “Naivchen”. Letzteres scheint mir immer wahrscheinlicher. Somit ist sie in dem Medium TV fehl am Platze.

    Jedenfalls sind ihre eklatanten Geschichts- und Wissenslücken so groß, dass sie besser keinen Kommentar abgegeben hätte, ihre Meinung sollte sie für sich behalten oder besser mit fachlichem Hintergrundwissen überdenken. Auf gar keinen Fall ein Buch schreiben sollen.
    Wie so viele in diesem Land plappert sie nur Halbwissen nach ohne sich die Zeit zu nehmen, Zusammenhänge gründlich zu durchdenken. Vergangenheit, die nicht aufgearbeitet wird, wiederholt sich! Ihre Bücher präsentiert sie somit als “nicht lesenswert”.
    Am besten fand ich Margarete Schreinemakers Frage, wozu sie denn nütze, wozu wir Frau Eva H. brauchen, oder “..was bringt uns deine Meinung” – Nichts – scheint dem geneigten Zuseher, denn Eva H. präsentiert sich als gefährlich Unwissende!
    Frau Senta Berger hat sich völlig zu Recht aufgeregt, als Eva H. die 68′er Bewegungen als Zerstörer der Familien darstellen wollte. Das ist einfach falsch.

    Herr Beckmann hatte als Moderator ihr sehr viele Brücken angeboten, eine klare Aussage zu treffen, sich von ihrer unmöglichen und unglücklichen Aussage zu distanzieren, ihren öffentlcih postulierten Fehler zu einzugestehen, zuzugeben, dass sie inkompetent ist für deutsche Geschichtliche.
    Das hat sie nicht nur nicht genutzt, sondern ins Gegenteil verkehrt.

    So einer Person wie Frau Eva H. gehört allenfalls in einem satirischen Podium demontiert.

    Eva H. ist nicht braun, sondern Naiv und Unwissend!
    Schlimm finde ich Ihre Uneinsichtigkeit.


    “Kunst, Musik, Dichtung, Design –
    tragen nichts zur Humanisierung der Gesellschaft bei.”
    -Pier Paolo Pasolini

  3. Erstellt am 10. Oktober 2007 um 13:16 | Permanent-Link
  4. Erstellt am 10. Oktober 2007 um 16:37 | Permanent-Link

    Klar muss sich Herr Kerner dafür Kritik gefallen lassen, dass er die Situation nicht rechtzeitig entschärft hat. Gleiches gilt für das ZDF und die vorherige Ausladung aus der Sendung.
    Am schlimmsten war jedoch das Verhalten von Frau Herman: Nicht nur, dass sie sich ständig in Vergleiche oder Nichtvergleiche verhedderte, nein, zuerst blaffte sie den Professor an. Über dessen Thesen kann man streiten oder nicht, das was er gesagt hat, war m. E. richtig. Dann stellte sie faktisch auch noch die Berichte von Frau Berger in Frage, die ja als Zeitzeugin der 60er Jahre doch etwas besser über diese Zeit bescheid zu wissen scheint.
    Eine wie auch immer geartete rechte Gesinnung kann man Frau Herman nicht unterstellen. Die Aussagen wirkten vielmehr wirr und undurchsichtig. Aber abgesehen davon vertritt sie ein Frauenbild, das wirklich stark an die “drei Ks” erinnert, und so etwas brauchen wir in Deutschland mit Sicherheit nicht.
    Dass bei der Familien- und Bildungspolitik Etliches im Argen liegt, daran wird wohl niemand zweifeln. Mit pragmatischen, lebensnahen Lösungen käme man da wesentlich weiter als mit einer überholten Familienideologie. Die wahren Werte der Familie gibt es indes heute noch, sie wurden m. E. durch die 68er sogar noch verstärkt.
    Bezeichnend in dem Zusammenhang ist auch Frau Hermans Auftritt bei den Katholiken, wo sie ja dem Vernehmen nach mit ihren Positionen jubelnd empfangen wurde.

  5. Philosoph
    Erstellt am 2. Januar 2008 um 12:24 | Permanent-Link

    Dazugelernt oder neu verdreht
    DPA – Mittwoch, 2. Januar, 08:42 Uhr
    Kerner räumte Fehler beim Umgang mit Eva Herman ein, die Anfang Oktober vor laufender Kamera seine Sendung im Streit verlassen hatte. «Ich habe damals falsch entschieden. Als Eva Herman gehen wollte, hätte ich sagen können: “Nein, nein, bleib hier. Hier fliegt keiner raus. Da hinten ist Platz genug.” Es ist ja nicht die Reise nach Jerusalem, auf der immer ein Stuhl weggezogen wird, wenn die Musik verstummt», sagte Kerner der Zeitung. Das Konzept der Sendung sei damals «redaktionell nicht zu Ende gedacht» worden. «Wir hatten so eine Reaktion von ihr nicht auf dem Zettel», sagte Kerner.

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>