Mit dem Einzug zwei neuer Blogs steht die juristische Bloggergemeinschaft, die der wunderbare Dienst jurablogs.com zusammenführt, kopf. Die beiden Neublogger halten sich anonym, ihr Job in international agierenden (Wirtschafts-)Kanzleien verpflichte sie dazu. Der eine teilt aus, der andere heult, so zumindest der erste Eindruck.
Kaum waren die Blogs gestartet, wurde ein regelrechter Hype daraus, manch einer der alteingesessenen Kollegen träumte schon von dem großspurigen Frischling abgemahnt worden zu sein. Dieser kontert (ja fast weinerlich) er wolle doch nur spielen bloggen und würde von den Kollegen durch den Kakao gezogen auf der Jagd nach Klicks, Hits und (Back-)Links.
Ein Schelm wer böses dabei denkt, schließlich konnte das eigene Blog ja nur so in wenigen Tagen zu täglich mehr als 1000 Klicks kommen. Wie deprimierend wäre es gewesen mit 5 Hits am Tag zu verhungern?Alles in allem eine “Win-Win” Situation für Streithähne und jurablogs… zumindest, solange es noch witzig ist.
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11 Kommentare
Lieber Herr Kollege Meister,
Sie schreiben schon einmal angenehmer, als die Herren, die sonst so über mich schreiben. Dafür vielen Dank.
Ihrem Schluß kann ich auch nur voll zustimmen. Sobald es nicht mehr witzig ist, werden die Pforten geschlossen, versprochen. Ich würde um zu diesem Schluß zu gelangen jedoch von einer anderen Situation ausgehen.
Ich weiß nicht, wie die Situation in anderen Blogs ist, jedenfalls kommen meine Leser zum allergrößten Teil (weit jenseits der absoluten Mehrheit) nicht über Links, sondern über den abonnierten Feed oder Bookmarks. Z.B. kamen gestern selbst von Google mehr Besucher als über die Seite des Berliner Kollegen. Ich glaube daher auch nicht, dass
“das eigene Blog ja nur so in wenigen Tagen zu täglich mehr als 1000 Klicks kommen [konnte]“.
Natürlich waren dabei Jurablogs und ganz besonders der verehrte Kollege Vetter ganz maßgeblich beteiligt. Aber die Ansicht, dass dies durch die Provokation eines Streits ausgelöst worden sei, vermag ich nicht zu teilen. Ich bilde mir ein, dass die Leser kommen, weil sie interessiert, was sie lesen und nicht, weil sie einem irgendwie geartetem Streit folgen wollen, einem Sturm im Wasserglas. Diesen Sturm wollen aber anscheinend andere gerne entfachen um davon zu profitieren. Ich selbst versuche mich soweit wie möglich rauszuhalten, so weit dies eben bei solchen Anwürfen, wie der Abmahnung etwa, möglich ist.
Noch einmal hinweisen möchte ich auf die Kollegen von Lampmann, Behn & Rosenbaum, die auf humorvolle und geschickte Weise auf einen – wie ich bereits zugegeben habe – etwas “schrägen” Beitrag reagiert haben.
http://grossbudenn.blogspot.com/2007/06/appell.html
Das finde ich sehr sympatisch. Viel sympatischer als jegliche Streitsimulation, die dem Berliner Kollegen (Stichwort: Knut) ja sehr zu liegen scheint.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen ins Saarland
GBN
Lieber (Blogger-)Kollege GBN,
in Anbetracht ihres sonst sehr kritischen Umgangs mit anderen Lawbloggern oder ihrer Umgebung könnte man diesen Kommentar gar als Ritterschlag auffassen.
Ich wollte Ihnen in keinster Weise unterstellen, dass sie keine interessierten Leser haben, die ihr Blog direkt abonniert haben. Auch wollte ich nicht bezweifeln, dass die meisten Zugriffe über Feeds stattfinden. Ich bezog mich (vielleicht ungeschickt formuliert) auf den rasanten Aufstieg innerhalb der jurablogs-Community bzw. dessen Ranking.
Mit welcher Motivation ihre Leser allerdings ihr Blog lesen, möchte ich nicht bewerten. Dank der Reaktionen in den jurablogs und den dortigen Platzhirschen mit Sicherheit einige um möglichen Streitthemen zu folgen. Die Platzierung dieses Beitrages unter den heutigen jurablogs Einträgen zeigt es ja auch in gewisser Weise.
Die Lektüre des GBN-Blogs finde ich jedenfalls sehr erheiternd. Dabei spielt die Frage (die einige sehr zu beschäftigen scheint), ob Sie tatsächlich Anwalt in einer Großkanzlei sind oder alles nur Show ist, keine Rolle. Denn wer das Leben in solchen Kanzleien kennt (ohne zwangsläufig Akteur einer solchen zu sein), wird sich oder zumindest Situationen wieder erkennen.
Im übrigen finde ich bloggen eine viel bessere Alternative um den Großkanzleidruck abzubauen, als anscheinend die Lösung eines Freshfields-Kollegen. ;-)
In diesem Sinne, weiterhin viel Erfolg beim Bloggen.
Meister
Ich möchte die Erinnerung des GBN etwas auffrischen:
“Nullcontent
Ich möchte dieses eine Mal etwas über das Blog selbst sagen. Das erste und letzte Mal. Eigentlich finde ich das verabscheuenswert. Da berichten Blogger über ihre Zugriffszahlen,[...]”
(http://tinyurl.com/3c7rcd)
Tja, aber wer interessiert sich schon für sein Geschwätz von gestern.
Zum Meister persönlich:
1. Kollegial ist es, andere Beiträge zu verlinken, auf die sich ein Blogger bezieht. Das war jedenfalls mal Usus bei den Bloggern. Dass die meisten Blawger bei jurablogs.de dies anders sehen, um bloß besser als die Kollegen dazustehen, pflanzt sich wie eine berufsbedingtes Krebsgeschwür fort. Sehr schade…
2. “Kaum waren die Blogs gestartet, wurde ein regelrechter Hype daraus, manch einer der alteingesessenen Kollegen träumte schon von dem großspurigen Frischling abgemahnt worden zu sein. Dieser kontert (ja fast weinerlich) er wolle doch nur spielen bloggen und würde von den Kollegen durch den Kakao gezogen auf der Jagd nach Klicks, Hits und (Back-)Links.”
Wen meinen Sie eigentlich mit “Dieser” und seinem “(ja fast weinerlich)” Konter im zweiten Satz?
Hallo dpms,
zu den angegriffenen Punkten trage ich wie folgt vor:
1. Ich kenne die Gepflogenheiten als Blogger und setze sie auch ein, wie man an den restlichen Beiträgen hier sieht. Ich hatte mich allerdings diesmal absichtlich dagegen entschieden, um nicht vorgehalten zu bekommen auf der Jagd nach Links, Backlinks und Ranking-Positionen beteiligt zu sein. Wie man’s macht…
2. Ich dachte das wäre eindeutig: Bezugspunkt ist der großspurige Frischling (der kontert).
So, habe ich es aujch gelesen, nur kann ich seinen Konter (noch) nicht als weinerlich nachempfinden. Vielleicht kommt mir diese Erkenntnis noch.
Wie man es macht, macht man es falsch. Nein. Auch eine falsche Handlung kann mittels richtiger Nachbehandlung zu einer guten werden.
Meine Meinung ist: Links immer setzen, wenn ich mich nicht auf rechtswidrige Inhalte beziehe. Warum sollten es ihnen einer übel nehmen, wenn sie Backlinks setzen.
Sehr wahrscheinlich gehöre ich zu den Bloggern bei jurablogs.de, die am meisten andere Blogger verlinkt haben. Wäre übrigens ein neues interessantes Feature in der JB-Statistik. Ich wette, wenn JB soetwas berücksichtigen würde, dann würden sich wieder alle gegenseitig verlinken.
Wie man es macht…
Liebe Kollegen in Blog und in Law,
ich möchte mich auch noch einmal kurz zu diesem Themenkomplex äußern.
1) Betreffend Nullcontent: Deshalb äußere ich mich in Kommentaren dazu und nicht in Blogposts. Der Erinnerung bedarf es deshalb nicht.
2) Betreffend Jurablogs.com: Das ist ein netter Service, aber ich vermute, er wird hauptsächlich von bloggenden Juristen in Anspruch genommen und nicht so sehr von den Lesern. Oder meinen Sie, dass z.B. Udo Vetter auch nur 3% seiner Besucher über Lawblogs.com bekommt? Ich selbst habe die Seite auch vorher nie besucht. Warum auch? Die 2-3 Blogs die Interessantes zu vermelden haben, kann ich gerade noch so besuchen.
3) Betreffend Links: Sie haben Recht, Herr Sevriens.
4) Betreffend Weinerlichkeit: Sicher nicht.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
GBN
Entschuldigung für das etwas verspätete Erscheinen des letzten Kommentars. Das Verwenden von Anonymisierungsdiensten wertet mein SPAM-Filter als bedenklich. Ich musste den Kommentar daher manuell freigeben.
Betreffend der Links bleibt eines zu sagen: Abgesehen davon, dass es jedem überlassen bleibt wann und warum sie gesetzt werden (oder eben nicht) und es höfflicher sein mag sie zu setzen, haben Sie beide, deren Blogbeiträge ich unter anderem als Inspiration genommen habe, auch ohne die leichte Methode der Backlinks den Weg hier her gefunden.
Bleibt allerdings die Frage warum? Entweder weil ich die unzweifelhafte Ehre genieße, dass mein Blog von ihnen beiden abonniert wurde oder eben doch, weil regelmäßig die jurablogs.com konsultiert werden.
Es ist schön zu lesen, wie sich zwei Streithähne (auch wenn der Autor von GBN nicht nur in einer anderen Liga, sondern gar in einer anderen Disziplin bewegt, urplötzlich sachlich anfeinden können. Weiter so.
Allerdings möchte ich für mich dem Eindruck entgegentreten, dass diejenigen Autoren, die ihre Blogs bei jurablog.com gelistet haben, nun ausschließlich für jurablog.com und die hierdurch erreichbare Leserschaft schreiben. Mein Blog ist mein Blog und dort schreibe ich auch über Nachbars Lumpi, wenn mir danach ist.
Genau so sehe ich das auch. Ich blogge nicht für irgendwelche Rankings, Portale oder so. Zugriffszahlen, Akzeptanz (oder Ablehnung je nachdem) sind eine nette Bestätigung, aber darauf kommt es nicht hauptsächlich an.
Hauptsache man hat selbst Spaß und sieht sein Blog auch nicht immer als bier ernste Angelegenheit an. Liegt vielleicht daran, dass ich (derzeit) kein Anwalt bin und das Blog als nicht Werbung für mich nutzen will sondern als Freizeit- oder besser Interessenprojekt ansehe.
Aber sachliche Diskussion ist natürlich immer willkommen und ich hätte nicht gedacht, dass das eine solche Diskussion auslösen würde.
Anyway, wenn die beiden Frischlinge auf Platz 1 und 2 des JuraBlogs-Rankings das schon auf Platz 1 festgewachsen scheinende law blog auf Platz 3 verschoben haben, sollte man den Algorithmus vielleicht doch einmal hinterfragen, vgl. auch
http://ra-melchior.blog.de/2007/06/08/law_blog_entthront~2417827#comments
Eine abschließende Frage sei gestattet:
Wer von Ihren Lesern versteht heute/morgen/in Zukunft überhaupt noch den Sinn des ursprünglichen Beitrags?
Links helfen immer, Kontexte im Web zu erschließen!
Andere Ansichten halte ich für abwegig und böse ausgedrückt für minderwertig!