Apple & Privacy

Nach der Aufregung um geleakte Selfies aus der iCloud und die Ankündigung der neuen datenschutzrelevanten Dienste “Health” und “HomeKit” in iOS8 und dem neuen Bezahldienst ApplePay geht Apple nun in die Offensive um seine Kunden über Privatsphäre und Datenschutz bei Apple zu informieren.

In einem für Apple typischen Statement wendet sich Tim Cook persönlich an die Kunden um mögliche Bedenken zu beruhigen. Wer es mit Datenschutz und Privatsphäre ernst meint, sollte nicht nur wohl formulierte Sätze platzieren sondern seine User aufklären. Auch in soweit hat Apple seine (Marketing-) Lektion gelernt und gibt lesenswerte Auskunft über die Verwendung von Daten durch Apple, die Auskunftsersuchen staatlicher Behörden.

Zusätzlich gibt es eine Reihe (selbstverständlicher) Tipps für besseren Datenschutz unter Mac OS X und iOS8.

Ist Facebooks Graph Search wirklich ein datenschutzrechtliches Problem?

Die Ankündigung des sozialen Netzwerks Facebook, eine umfassende Inhaltssuche einzuführen, ließ schon erahnen, dass sie bei Datenschützern sofort zu Schnappreflexen führen würde.

Die Reaktion folgte dementsprechend prompt. Der in Sachen Facebook federführende Landesbeauftragte für den Datenschutz aus Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, äußerte nach der Ankündigung umgehend seine Bedenken. Sein erstes Fazit, er fände die angekündigte Suche nicht toll, sei als persönliche Meinung respektiert, aber ist es auch tatsächlich datenschutzrechtlich begründet?

So zitiert die FAZ den Datenschützer mit den Worten:

“Die Suchfunktion, die wir vom Internet kennen, wird jetzt in den Freundeskreis hineingezogen, mit der Folge, dass hochsensible Informationen auch Dritten zur Kenntnis gelangen. [...] Hier wird definitiv ein weiterer Eingriff ins Datenschutzrecht vorgenommen, der meines Erachtens nicht akzeptabel ist.”



Gemeint sind damit künftig mögliche Suchen, die auf persönlichen Daten beruhen, etwa die Suche “Bars in Stuttgart, die meinen Freunden und deren Bekannten aus Stuttgart gefallen”. Dem Zitat von Weichert folgend wird man als Nutzer künftig Informationen Dritter erhalten, die einem bislang nicht zugänglich waren. Das wäre natürlich ein dicker Hund, wenn künftig Hinz und Kunz wüssten, welche Bars mir gefallen und was ich damit in Verbindung bringe.

Aber ist das wirklich so? Der Facebook Public Policy Manager Nicky Jackson Colaco wurde genau dazu interviewt und seine Antwort:

“No one can see anything that they wouldn’t have otherwise been able to see. [...] We don’t want people to be surprised. It’s really bad for them … and it’s bad for us.”



Facebook ist sich also bereits durchaus bewusst, dass die neue Suche bei Bedenkenträgern nicht auf Gegenliebe stoßen wird. Festzuhalten bleibt, dass sich die neue Graph Search an den Privatsphäre Einstellungen der einzelnen Nutzer hält und somit Suchergebnisse durch diese beeinflusst werden. Wenn ich engen Freunden mitteile, welche Bars mir in Stuttgart gefallen, dann erhalten nur diese meine Empfehlung in ihrer Suche angezeigt. Entfernte Bekannte oder gar Dritte, die mit mir auf Facebook nicht befreundet sind, sondern lediglich “Freunde von Freunden” sind, erhalten diese Empfehlung hingegen nicht. Anders als das Zitat von Thilo Weichert es vermuten lässt, ermöglicht Graph Search keinen unkontrollierten Zugriff auf (weitere) personenbezogene Daten durch Dritte. Insoweit findet keine weitergehende Weitergabe personenbezogener Daten statt als bisher. Es wird höchsten leichter die Informationen zu finden.

Dies bedeutet nicht, dass die neue Suche nicht überraschende oder gar unangenehme Folgen für Nutzer haben kann. So zeigen erste Versuche, das gerade Facebook Nutzer, die unbedarft und unüberlegt ihre Likes im Netz verteilen, durch die Suche in misslichem Kontext dargestellt werden können, wie etwa Gizmodo aufgezeigt hat. Die neue Graph Search verdeutlicht damit eindrucksvoll, was auch bisher schon als Maxime auf Facebook zu beachten war: Think before you post or like!

Facebook bietet dank der vielen Proteste zum Datenschutz mittlerweile umfangreiche Möglichkeiten an, um Informationen nur ganz gezielt einzelnen Personen zugänglich zu machen oder diese wieder zu entfernen. Es sollte daher jeder vor der Einführung der Graph Search sein eigenes Profil genau unter die Lupe nehmen und ggf. missliche Posts, Bilder oder Likes entfernen.

Der oben zitierte Vorwurf ist jedoch nach den bisherigen Aussagen Facebooks nicht begründet. Facebook Nutzer werden allerdings künftig stärker denn je darauf achten müssen, welche Inhalte sie mit wem auf Facebook teilen, denn die Graph Search wird ein altes Sprichwort in seiner ganzen Härte verdeutlichen: Das Internet vergisst nicht.

Facebook Graph Search – die Suchmaschine, die nur aus personenbezogenen Daten besteht

Facebook hat heute die neue Suche “Graph Search” vorgestellt. War es bislang nur möglich nach Personen oder Facebook Seiten zu suchen, wird Graph Search Facebook und möglicherweise auch die Art, wie Facbeook-Nutzer nach bestimmten Dingen suchen bzw. googlen verändern. Google hat mit der Einführung von Google+ bereits angefangen personalisierte Sucherergebnisse von Google+ Bekannten in die “normale” Google-Suche einzupflegen. Mit Graph Search führt Facebook nun wohl die erste Suchmaschine ein, die nur aus personalisierten Suchergebnissen und damit aus personenbezogenen Daten besteht.

Die Einführungseite sowie der Bericht von wired über die Entstehung von Graph Search lassen erahnen, was Graph Search alles ermöglichen wird. Graph Search ist letztlich nichts anderes als eine Suche durch alle dem Facebook-Nutzer zugänglichen Informationen auf Facebook. Der “Graph” bezieht sich dabei auf den von Facebook gehegten und gepflegten “Social Graph”, der sämtliche Interaktionen auf Facbeook zu einer Person sammelt und diese mit anderen verknüpft. Graph Search ermöglicht nun sämtliche freigegebenen Inhalte auf Facebook nach beliebigen Kriterien zu durchsuchen. Als Ergebnis erhält man Empfehlungen von Restaurants, Bars, die Freunden gefallen haben oder die Freunde häufig besucht haben. Auch Bilder die Freunde (und gar Freunde von Freunden?) hochgeladen haben, lassen sich künftig wohl einfachst durchsuchen.

Postprivacy-Anhänger liegen sich jubelnd in den Armen, während die Freude im Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein merklich kühler ausfallen dürfte, denn mit Graph Search werden sicherlich einige datenschutzrechtlichen Diskussionen wieder angeheizt.

Wann darf ich personenbezogene Daten zu Werbezwecken nutzen?

Die im August abgelaufene Übergangsfrist über die Verwendung personenbezogener Daten (die vor dem 1. September 2009 erhoben wurden) hat in vielen Vertriebs- und Marketingabteilungen für Aufregung gesorgt, da viele befürchteten, dass sie keine Werbung mehr an Ihre Kunden schicken dürfen. Zentrale datenschutzrechtliche Grundlage (neben § 7 UWG für das Wettbewerbsrecht) ist § 28 Abs. 3 BDSG. Eine Norm, bei der der klassische Schulspruch “Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung” einen schweren Stand hat. Es ist daher zu begrüßen, dass Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht nun als federführende Aufsichtsbehörde in der Arbeitsgruppe “Werbung und Adresshandel” klar Anwendungshinweise (pdf) herausgegeben hat.

Die Anwendungshinweise des LDA erklären die einzelnen, teilweise verschachtelten (oder gar versteckten?) Zulässigkeitsvoraussetzungen für die Verwendung personenbezogener Daten gut. Zwar lassen die Hinweise auch weiterhin Interpretationspielraum an der einen oder anderen Stelle zu, sind jedoch bereits eine erste Hilfe für alle Werbetreibenden. Leider sind die datenschutzrechtlichen Anforderungen nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite, die wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen, die sich nicht mit den datenschutzrechtlichen Anforderungen decken, werden leider nur am Rande erwähnt.

You’ve got to find what you love. And that is as true for your work as it is for your lovers. Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do.
Steve Jobs

Do you wanna grab a coffee?

Das amerikanische Fernsehen oder besser gesagt die amerikanische Medienlandschaft hat schon manch Kuriosum und unzählige Tiefpunkte hervorgebracht. Aber hin und wieder findet man darunter wahre Perlen der Unterhaltung, die man sich auch in Europa wünschen würde.

Man stelle sich folgendes Format vor:

Ein bekannter Kabarettist  bzw. Comedian fährt in (s)einem Auto durch die Stadt, ruft spontan einen Kollegen an und lädt ihn auf einen Kaffee ein. Er holt ihn ab und sie fahren zum nächsten Café.

Klingt langweilig? Bei der Vorstellung an deutsche Comedians eine eher unerträgliche Vorstellung? Nun… in den USA ist der Comedian natürlich Jerry Seinfeld und damit eine größere Garantie für feinen Humor. Die Autos sind gepflegte Oldtimer und das Ganze ist mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Die Gäste? Schauspieler und Comedians wie Alec Baldwin oder Ricky Gervais. Das Ergebnis sind unterhaltsame Interviews mit dem Titel “Comedians in Cars getting Coffee“.

Hier eine Preview: