medien-gerechtes Gezwitscher (2010-03-07)

  • stell dir vor ein Urteil hat 60 Seiten, aber alle jubeln schon nach zwei Zeilen… was ist falsch gelaufen? #bverfg #vorratsdatenspeicherung #
  • Heidi is back!!! "Ich habe heute kein Foto für dich!" und alle so: oooohhhhhh! #Heidi #Klum #GNTM #GnT @prosieben #
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Google StreetView – Jetzt doch wieder böse?

Ein altes Sprichwort sagt bekanntlich: 3 Juristen – 5 Meinungen. Es ist daher eigentlich wenig verwunderlich, dass knapp eine Woche nach dem Gutachten für Google nun ein Gutachten für die Landesregierung Rheinland-Pfalz die entgegengesetzte Meinung vertritt. Daneben gibt es eine Reihe von (wildgewordenen? ahnungslosen? overprotective?) Politikern, die anlässlich der Cebit diese Rechtsgutachten aufgreifen und bestätigen, was doch alle insgeheim alle wußten: Google ist böse und mit StreetView wird Deutschland jeglicher Privatsphäre und Geheimnisse beraubt.

Vielleicht versuchen die Politiker mit ihrem lauten Getöse gegen “die bösen IT-Firmen”, die die armen Bürger ausspionieren, aber auch nur darüber hinweg zu täuschen, dass sie selbst die eigenen Hausaufgaben jahrzehntelang vernachlässigt haben. Das Bundesdatenschutzgesetz etwa ist ein veralterter löchriger Flickenteppich, der mit dem verfassungsrechtlichen Gebot der Klarheit des Gesetzes wenig zu tun hat und auf die Zeiten “Post Web 2.0″ so gut passt, wie das Reitgeschirr einer Postkutsche an einem Formel-1 Boliden.

Aber zurück zu dem neuen StreetView Gutachten. Das Gutachten kommt, sofern ich die eher kurze Pressemitteilung richtig verstehe, zu überaus interessanten Ergebnissen:

Aufnahmen und Abbildungen von Straßenansichten nur bis zu einer Höhe von zwei Metern anfertigen.

Das klingt soweit ganz einleuchtend, wenn man dabei etwa an die Panoramafreiheit aus § 59 UrhG denkt oder aber auch bestimmte Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu den Persönlichkeitsrechten, wo der Blick über den Zaun eine solche Verletzung darstellen kann. Aber:

Die Aufnahmen und Abbildungen von Straßenansichten oberhalb der üblichen Augenhöhe (cirka zwei Meter, da Passagiere in Autos und Bussen diese Augenhöhe erreichen können) sind sowohl aus persönlichkeits- als auch datenschutzrechtlichen Gründen unzulässig.

Da muss ich sagen, bin ich doch etwas baff. Es gibt eine datenschutzrechtliche Norm, die das Fotografieren aus einer Höhe von mehr als 2m untersagt? Meines Wissens ist für eine Anwendung datenschutzrechtlicher Vorschriften entscheidend, ob im konkreten Fall personenbezogene Daten verarbeitet  werden. Die Höhe aus der die Kamera ein Foto knipst, ist datenschutzrechtlich völlig irrelevant und kann daher nicht ab einer bestimmten Grenze die Datenverarbeitung generell unzulässig werden lassen.

Es folgen weitere Ausführungen, die den Annahmen des Google Gutachten entsprechen: Gesichter und Kennzeichen müssen als personenenbezogene Daten entsprechend anonymisiert werden bzw. auf Widerspruch des Betroffenen umgehend gelöscht werden. Insoweit also kein Widerspruch und absolut korrekt. Doch anders als für die Hannoveraner Rechtsinformatiker gelten bei den Kollegen aus Karlsruhe wohl andere Maßstäbe was alles personenbezogene Daten sind:

Ansichten von Ein- oder kleineren Mehrfamilienhäusern, von größeren Mehrfamilienhäusern mit individualisierenden Eigenschaften sowie von Gebäuden in ländlichen Gegenden dürfen grundsätzlich nicht von Google Street View fotografiert und im Internet verbreitet werden. Ansichten von Mehrfamilienhäusern ohne individualisierende Eigenschaften dürfen grundsätzlich fotografiert und im Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zu gerne würde ich gerade in diesem Aspekt das ganze Gutachten lesen und verstehen. Denn das BDSG bestimmt in § 3 Abs. 1 BDSG was personenbezogene Daten sind: “Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person.” Inwiefern lassen die Fassade eines Einfamilienhauses und dessen Gestaltung (in Abweichung zu einem Wohnblock in Berlin-Marzahn) für Google oder selbst für andere Betrachter erkennen, wer darin wohnt? Der Hinweis auf die ländlichen Gegenenden lässt mich eher darauf schließen, dass hier gemeint sein könnte, dass der Betrachter ein Haus erkennt von dem er weiß, wem es gehört. Google, als verarbeitende Stelle, wird anhand der Fassade eines Hauses aber wohl kaum erkennen können, wer dort wohnt  (egal ob Villa, Bauernhof oder Wohnblock). Doch genau darauf kommt es nach BDSG aber gerade an.

Das rechtliche Tauziehen um eine korrekte Einordnung um Google StreetView wird als noch eine Weile andauern. Das Getöse wohl auch.

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Blogtests – tumblr vs. posterous

Wie hier schon in der Serie “sicher bloggen” selbst angetestet, hat nun Ars technica die zwei microblogging Dienste Posterous und tmblr verglichen. Eine ausführliche und interessante Review, deren persönlicher Gewinner letztlich ebenfalls tumblr war:

Tumblr vs Posterous: quick blogging showdown

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medien-gerechtes Gezwitscher (2010-02-21)

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Kondom-Werbung: Viele Worte für eine einfache Botschaft

Für die Freunde der Typographie hält der Kondom-Hersteller Durex in der nächsten Zeit ein besonderes Highlight bereit. Die neue Werbekampagne des Unternehmens setzt diesmal auf viele Worte und macht dabei dennoch eine gute Figur, wenn auch mit entsprechendem Humor:

Type Sex with Durex von Andrej Krahne.

(via Nvelt)

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Gilt Berufsrecht eigentlich für lawblogger?

Bei den aktuellen Entwicklungen des Juristenkindergartens schweiften meine Gedanken irgendwann zum Berufsrecht oder -weniger rechtlich betrachtet – dem beruflichen Verhalten des Anwalts oder Richters. Dabei musste ich feststellen, dass es neben unserem schönen Berufsrecht tatsächlich so etwas wie einen Verhaltenskodex der europäischen Anwälte gibt. Und dieser beginnt mit so hehren Aussagen wie:

2.2 Vertrauen und Würde

Das Vertrauensverhältnis setzt voraus, daß keine Zweifel über die Ehrenhaftigkeit, die Unbescholtenheit und die Rechtschaffenheit des Rechtsanwaltes bestehen. Diese traditionellen Werte des Anwaltsstandes sind für den Rechtsanwalt gleichzeitig Berufspflichten.

Aber das sind ja Verhaltensregeln für Anwälte, die scheinen für law blogger nicht zu gelten. Schade eigentlich…

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medien-gerechtes Gezwitscher (2010-02-14)

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